ID 1566472
Los 1490 | Adam Manyoki
Schätzwert
€ 30 000 – 60 000
Adam Manyoki
(1673 Szokolya/Ungarn - 1757 Dresden)
Porträt des Gustav Adolf Reichsfreiherr (später Graf) von Gotter
Brustbildnis in orientalisierender Tracht mit Turban und prunkvollem, von kostbaren Edelsteinen und Perlen besetztem Schmuck. Wie sich Gotter hier von Manyoki porträtieren ließ, entspricht ganz seiner schillernder Persönlichkeit als bedeutender Diplomat, Kunstsammler und Freimaurer, der einen verschwenderischen Lebensstil pflegte. Gotter (1692-1762), stand in Diensten der Herzöge von Sachsen-Gotha-Altenburg, seit 1732 ganz für die Könige von Preußen. 1724 wurde er von Kaiser Karl VI. in den Freiherrenstand erhoben, 1728 ging er auf Wunsch von König Friedrich Wilhelm I. nach Berlin und wurde zum Geheimen Staatsrat ernannt. 1729 erhielt Gotter als Erster aus bürgerlichem Hause stammende Persönlichkeit den Schwarzen Adlerorden. Seit 1732 war Gotter als preußischer Minister am Wiener Hofe tätig. 1740 ernannte ihn der neue preußische König Friedrich II. zum Oberhofmarschall, geheimen Staats- und Kriegsrat, im selben Jahr erhielt er von Kaiser Karl VI. die Reichsgrafenwürde. Gotter wurde Vertrauter des Königs während des Ersten Schlesischen Kriegs (1740-1742), für den er erfolgreiche Verhandlungen mit der Kaiserin Maria Theresia und ihren Ratgebern führte. Das Bildnis ist in mehreren (Farb-)Versionen bekannt, wurde früher Martin van Meytens oder auch Johann Kupetzky zugeschrieben; erst Enikö Buszasi hat 2003 nachgewiesen, dass das Porträt von Adam Manoyki ist und es sich beim Dargestellten um Gustav Adolf von Gotter handelt. Das vorliegende Porträt entstand wie die zwei bekannten Versionen im Szépmuvészeti Múzeum in Budapest und in der Galéria mesta in Bratislava um 1731/32. Der ursprünglich aus Ungarn stammende bedeutende Porträtist Adam Manyoki lernte in Lüneburg beim Hofmaler Adam Scheitz und nahm dort prägende Einflüsse von Nicolas de Largillière auf. 1703/04 war Manyoki in Berlin, wo er für den Kronprinzen Friedrich Wilhelm tätig war, 1707 avancierte er zum Hofmaler des Fürsten Franz II. Rákóczi in Ungarn. Er muss in dieser Zeit ein solches Ansehen erlangt haben, dass ihn 1713 August der Starke als Hofmaler nach Dresden berief, wo er bis 1723 blieb. Dort und auf Reisen entstanden insbesondere zahlreiche Porträts bekannter und bedeutender Persönlichkeiten des Hochadels. 1723 hielt er sich in Wien auf, um die Erzherzoginnen Maria-Theresia, Maria Antonia sowie weitere Mitglieder des Wiener Hofes zu porträtieren. 1724-1731 arbeitete er in seinem Heimatland Ungarn, 1731 war Manyoki in Dresden und Leipzig tätig, wo er nun neben Adelsporträts auch Bildnisse von Künstlern und Wissenschaftlern schuf. Seit 1738 war er neben dem Hofmaler Louis de Silvestre erneut am Hof in Dresden tätig, fertigte Porträts von König Friedrich August II. und der dortigen Aristokratie. In ihrer Qualität stehen seine Werke denen des bekannteren Silvestre in nichts nach. Durch seine Tätigkeit am sächsisch-polnischen Hof befinden sich Gemälde Manyokis insbesondere in Warschau, in der Gemäldegalerie Alter Meister in Dresden und im Museum Schloss Moritzburg. Öl/Lwd., doubl.; 62 cm x 50 cm. Rahmen.
Vgl./Lit.: Enikö Buzási: "Ádám Mányoki (1673- 1757)", Budapest 2003, S. 336 f.; Agnes Husslein-Arco und Georg Lechner (Hrsg.): Ausstellungs-Kat. "Martin van Meytens der Jüngere", Österrreichische Galerie Belvedere, Wien 2015, Kat. Nr. 40 (Version im Szépmuvészeti Múzeum, Budapest).
Oil on canvas, relined.
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