ID 1567423
Los 2432 | Fritz Klimsch
Schätzwert
€ 100 000 – 200 000
Fritz Klimsch
(1870 Frankfurt a. M. - 1960 Freiburg)
"In Wind und Sonne". Originaltitel
Bronze, in dunklen, graugrünen Tönen patiniert, 1936. Signiert auf der Plinthe hinter dem rechten Fuß "F. KLIMSCH", am hinteren Plinthenrand Gießerstempel "H.NOACK BERLIN". Wvz. Braun 176. Die vorliegende, große Bronze "In Wind und Sonne" zählt zu den anmutigsten Aktstatuen des Bildhauers und wurde auch von Klimsch selbst rückblickend 1948 als "eine meiner schönsten Figuren" beschrieben. Bei der jungen Frau mit ihrer noch ganz jugendlichen Gestalt von fester Körperlichkeit gelang es Klimsch die Figur vom starr Statuarischen zu befreien. In ihrer ganzen Natürlichkeit gibt sie sich frei und ungezwungen dem Erleben von Wind und Sonne hin. Hermann Braun pries sie in seinem Werkverzeichnis von 1991: "In kaum einem anderen Werk der dreißiger Jahre sind die sich abstoßenden Pole 'Ruhe' und 'Bewegung' so kunstvoll und überzeugend miteinander verbunden worden. Das nur angedeutete Schrittmotiv ist - bevor es wirksam wird - in ein Standmotiv umgedeutet; die Bewegung ist ganz in die Körperdrehung (...) verlagert. Der angewinkelte linke, in die Hüfte gestemmte Arm stützt diesen Ablauf (...). Dieser Mädchentyp ist gewiss nicht 'nordisch'; eigenartig das Antlitz: Es erscheint lieblich in der Seitenansicht, herb von vorn." (zit. nach: Braun, S. 382). Für die Plastiken Klimschs, besonders die der 1930er Jahre, sind ästhetisch ausgewogene Proportionen immanent. Zugleich entsprach er hiermit, ob bewusst oder unbewusst, auch den Vollkommenheits-, Weiblichkeits- und Schönheitsidealen seiner Zeit. 1936 beteiligte sich Klimsch mit "In Wind und Sonne" am Kunstwettbewerb der Olympischen Spiele 1936 in Berlin, 1937 wurde die Aktstatue auch auf der Weltausstellung in Paris gezeigt. Die Gießerei Noack führte seit 1936 mehrere Güsse aus, die sich heute in Privatsammlungen und in öffentlichem Besitz befinden. Eine davon steht seit 1975 im Botanischen Garten in Berlin, sie stammt vermutlich aus Staatsbesitz, möglicherweise wurde sie von Klimsch 1943 selbst in die Auslagerung übergeben oder war 1936 einst im Garten des Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda von Joseph Goebbels. Klimsch gilt neben Georg Kolbe als einer der bedeutendsten, figürlich arbeitenden, deutschen Bildhauer in der 1. Hälfte des 20. Jhs., der sich vor allem weiblichen Akten widmete. Reisen nach Italien und Griechenland prägten seinen Stil ebenso wie Auguste Rodin, Adolf von Hildebrand und Aristide Maillol. Mit Max Liebermann und Walter Leistikow gründete Klimsch 1898 die Berliner Sezession, auf deren Ausstellungen er regelmäßig vertreten war. 1921-1935 lehrte er als Professor an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin. Seine Erfolge während der Weimarer Republik konnte er auch im "Dritten Reich" fortsetzen, 1937-1944 war er regelmäßig auf der Großen Deutschen Kunstausstellung in München vertreten. H. 148 cm.
Provenienz: Aus dem Nachlass der Industriellen und Olympiasiegerin im Dressurreiten Gabriela Grillo (1952 - 2024).
Vgl./Lit.: Uli Klimsch: "Fritz Klimsch. Die Welt des Bildhauers", Berlin 1938, S. 52, Abb. S. 102/103; Walter Mangold: "Fritz Klimsch", in "Die Kunst für Alle", 55. Jahrgang, 1939/40, S. 108ff. Abb. S. 110; Egbert Delby: "Fritz Klimsch", Berlin 1942, S. 34 (mit Abb.); Hermann Braun: "Fritz Klimsch. Werke", Hannover 1980, Nr. 28, S. 72 (mit Abb. S. 73); Hermann Braun: "Fritz Klimsch. Eine Dokumentation", Köln 1991, Nr. 176, S. 382-83, Abb. S. 228-29.
Ausstellungen (andere Exemplare): XI. Olympiade, Berlin 1936. Olympischer Kunstwettbewerb, 15.7.-16.8.1936, Kat.Nr. 138, S. 24 (dort unter dem Titel: "Entspannung"); Weltausstellung, Paris 1937; Sonderausstellung "Fritz Klimsch. Plastik", Ausstellungsgebäude Tiergartenstrasse 21a, Berlin, 26.3.-4.5.1938, Nr. 10.
Dark patinated bronze, 1936. Signed, Noack foundry stamp.
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