Lot 2503. FRIEDRICH KALLMORGEN 1856 Hamburg-Altona - 1924 Grötzingen (Baden) Der Leierkastenspieler

Sold:€ 5 100
Auction date:17.03.2018   10:00
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Lot 2503FRIEDRICH KALLMORGEN 1856 Hamburg-Altona - 1924 Grötzingen (Baden) Der Leierkastenspieler
FRIEDRICH KALLMORGEN 1856 Hamburg-Altona - 1924 Grötzingen (Baden) Der Leierkastenspieler Öl auf Leinwand. 50,5 x 71 cm (R. 68 x 88 cm). Signiert und datiert 'Fr. Kallmorgen 1906' unten rechts. Friedrich Kallmorgen studierte ab 1874 an der Düsseldorfer Akademie u.a. in der Landschaftsklasse Eugen Dückers. 1877 wechselte er nach Karlsruhe zu Ernst Hildebrandt und Hans Gude, um sich 1881 dem Kreis um Gustav Schönleber anzuschließen, der sich dem damals aufkommenden Naturalismus entgegenstellte. Im selben Jahr reiste Kallmorgen nach Holland. Unter dem Eindruck feuchter, farbiger Luft begann eine Entwicklung von der anekdotischen hin zur impressionistischen, pastosen Malerei. Einzelne Details wurden fortan einer atmosphärischen Gesamtstimmung untergeordnet - jedoch tendieren Bildaufbau und Gegenstand nie zur Auflösung. 1902 folgte Kallmorgen auf Eugen Bracht als Leiter der Landschaftsklasse an der Berliner Kunstakademie. Sein Spätwerk ab 1912 zeigt Panoramen des Hamburger Hafens. Kallmorgens meisterliche Stimmungsmalerei kennzeichnet eine kompositorische Verbindung von Genre und Landschaft. Sein Werk um 1900 leistet einen wesentlichen Beitrag zum deutschen Impressionismus. Bis heute sind Szenen aus dem Alltag der Landbevölkerung, insbesondere von Kindern, beim Publikum äußerst gefragt. Diese Kinderbilder, zu denen auch das gezeigte Werk zählt, bilden einen Schwerpunkt innerhalb seines Oeuvres. Dabei wird deutlich, dass es dem Künstler um das Erproben bildnerischer Mittel und nicht um Charakterstudien ging. Das Gemälde zeigt eine Gruppe von Kinderlein, die auf einer Dorfstraße einem Leierkastenspieler lauschen. Ein kleiner Junge im Vordergrund ist dem Betrachter zugewandt und zieht ihn mit seinem Blick geradezu in die Szene hinein. Die Gesichter der Kinder sowie einzelne Details sind zugunsten der Licht- und Farbstimmung der Komposition nur skizzenhaft ausgeführt. Zwischen 1902 und 1907 führte es Kallmorgen mehrfach nach Havelberg, Lauenburg und Belzig. Vieles am bildnerischen Verständnis des vorliegenden Gemäldes - sein lockerer Einsatz von Farbe, die beginnende Auflösung des Kompositorischen zugunsten der Atmosphäre - lassen seine Entstehung in dieser Zeit vermuten. Dem entspricht, dass Kallmorgen das Motiv des Leierkastemanns vor einer Schar lauschender Kinder 1907 variierte, angesiedelt in einem holländischen Fischerdorf (Eder G 576). In Belzig betrieb Kallmorgen zahlreiche Kinderstudien, die ihm als spätere Vorlagen dienten. Noch 1916 verwendete der Künstler die 'Belziger Mädchen' für das Bild 'Die Schule ist aus' (vgl. Eder, Karlsruhe 1991, S. 61). Das Gemälde erzielte im vergangenen Jahr einen Rekordpreis von 62.500,- Eur. An den Rändern berieben, part. leichte Farbausbrüche. Rahmen. Provenienz: Rheinische Privatsammlung.

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