Lot 2949. Hem, Jan Davidsz. the

Estimate value: € 220 000–250 000
Auction date
Classic
16.12.2021   10:00 UTC +01:00
ID 678207
Lot 2949 | Hem, Jan Davidsz. the
Heem, Jan Davidsz. de
31 x 43 cm
Stilleben mit Austern, Früchten und einem Römerglas. Öl/Holz, rückseitig parkettiert, oben rechts signiert JD Heem (ligiert) f.
Duits, London Cramer, Den Haag Privatsammlung, Solingen Literatur: aufgeführt und abgebildet in: Edith Greindl, Les peintres Flamands de Nature Morte au XVII. Siècle, 1983, Nr. 64, S. 244, Abb. 124. Fred G. Meijer, Jan Davidsz. de Heem, Diss. Amsterdam 2016, S. 74ff., Abb. A 043. In Utrecht geboren (1606), aufgewachsen in Leiden, im Alter von 30 Jahren nach Antwerpen übersiedelt, war Jan Davidsz. de Heem auch ein Vermittler zwischen holländischer und flämischer Kunst. Er verbindet holländische Verhaltenheit, was Bildkomposition und Kolorit anbetrifft (bis in die 30er Jahre), mit einer flämischen, starken Farbigkeit und nicht selten, in den späten Werken, überbordenden und üppigen Bildarrangements. In der hier vorgestellten Tafel überwiegt sicher das „holländische Element“; eine zart abgestufte Palette aus Grau-braun- und Grüntönen mit dem Gelbakzent einer Zitrone. Die einfachen Utensilien, Zinnteller, fünf aufgebrochene Austern (vier leer, wir befinden uns eher am Ende der Mahlzeit), vor einem halbgefüllten Weinglas, ein paar blasse Pfirsiche auf braunem Holztisch vor einer schlichten Hintergrundwand. Als wäre das Licht gerade gewandert, von links oben, durch ein verborgenes Fenster eingefallen und hätte dieses bescheidene Mal geradewegs herausgelöst aus der grau-braun gescheckten Wand, mit Licht übergossen, um im nächsten Augenblick, mit dem Vorbeiziehen einer Wolke, wieder zu verschwinden. Aber jetzt sehen wir, auf diesem für ein paar Sekunden ausgeleuchteten Tisch, ein links an die Borde des Zinntellers gelehntes hauchdünn geschnittenes Scheibchen Zitrone (angebissen!), das diffuse Spiegeln der gelben Frucht auf dem Teller, Wassertropfen auf dem silbrig schimmernden Rand und den zweifach blinkenden Wiederschein des Fensterkreuzes in der noch benetzten Innenwandung des Römers. Ein eher leises Stilleben, mit raffiniert in Szene gesetzten Winzigkeiten. Fred Meijer sieht die Entstehung der kleinen Tafel im Jahr 1634, also noch kurz vor der Übersiedlung nach Antwerpen. Er vergleicht es in seiner Dissertation von 2016 mit dem Stilleben mit Hummer im Kunsthistorischen Museum Wien (Meijer, Abb. A041).

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