Lot 1518. Nicolas Lancret

ID 533682
Lot 1518 | Nicolas Lancret
(1690 Paris - 1743 ebenda) "Le Feu" (Das Feuer). Originaltitel Allegorie auf das Element "Feuer". Das brillante Rokoko-Gemälde zeigt eine nächtliche Szene mit einer Gruppe ausgelassen tanzender junger Frauen und Männer vor einem großen, lodernden Feuer, auf der linken Seite flankiert von einem Flötenspieler. Sowohl durch das außergewöhnlich große Format als auch die Tatsache, dass es signiert und zusätzlich datiert ist (1721 oder 1726) gehört es zu den frühen Hauptwerken im Oeuvre des Künstlers. Entstanden ist es im Zusammenhang mit den Kompositionen für zwei Gemäldefolgen der vier Elemente in deutlich kleineren Hochformaten, von denen eine erhalten geblieben und gut dokumentiert ist. Um 1730-1732 wurde Lancret von seinem bedeutenden Gönner, dem Kunstsammler Marquis Henri-Camille de Beringhen (1693 - 1770), beauftragt, eine Folge der vier Elemente für das Gartenzimmer seines Stadtpalais" in der Rue Saint-Nicaise in Paris zu malen. Diese Folge wurde in Stichen von Nicolas Tardieu ("Luft"), Louis Desplaces ("Wasser"), Charles-Nicolas Cochin ("Erde") und Benoit Audran ("Feuer") reproduziert und 1732 publiziert. Nach dem Tod des Marquis wurde die Folge der vier Elemente im Jahr 1770 versteigert; zwei der Gemälde ("Luft" und "Wasser") gelangten später in den Besitz von Alfred de Rothschild und werden in Waddesdon Manor (Buckinghamshire, England), ausgestellt, die anderen beiden befinden sich heute im Museo Nacional Thyssen-Bornemisza in Madrid ("Erde") und in der Galleria Nazionale d"Arte Antica im Palazzo Barberini in Rom ("Feuer"). Das breite Querformat des vorliegenden, den späteren Folgen vorausgehenden Gemäldes deutet darauf hin, dass es einst mit den Darstellungen der Elemente als Supraporte für ein Schloss oder Adelspalais geschaffen wurde. Hierauf lässt auch die mit meisterhaft sicherem Strich ausgeführte, großzügige Malweise schließen. Lancret lernte 1712-1718 im Atelier von Claude Gillot (1673 -1722), wo er Freundschaft mit Antoine Watteau (1684 - 1721) schloss. Schon 1718 (oder 1719) wurde Lancret als Mitglied in die Pariser Akademie aufgenommen. In seiner Kunst schloss er sich Watteau an und malte mit Vorliebe galante Feste, Liebespaare, Bälle, Jahrmärkte, Dorfhochzeiten, Theatermotive und arkadische Schäferszenen. Zu seiner großen Popularität im 18. Jahrhundert trugen nicht zuletzt die vielen Stiche nach seinen Gemälden bei. Einer seiner größten Bewunderer wurde König Friedrich II. von Preußen, der allein 26 Arbeiten des Künstlers erwarb, so dass sich heute aus dessen Besitz in den Schlössern und Museen in Berlin und Potsdam die bedeutendste Lancret-Sammlung befindet. Öl/Leinwand, doubliert; L. und datiert 1721 (oder 1726). 75 cm x 109 cm. Rahmen. Provenienz: Französische Privatsammlung Paris; seit den 1930er Jahren in deutscher Privatsammlung, Berlin; Auktion Spik, Berlin, 06.10.1990, Nr. 388; Auktion Lempertz, Köln, 15.11.1995, Lot 1304; Auktion "Gemälde alter Meister", Galerie Fischer Auktionen AG, Luzern/Schweiz, 23.11.2011, Lot 1071; Privatbesitz, Italien. Vgl. zu den beiden anderen Folgen der vier Elemente und den hiernach entstandenen Kupferstichen: Georges Wildenstein: "Lancret", Paris 1924, Wvz.-Nr. 1-6). Oil on canvas, relined. Signed and dated 1721 (or 1726).

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Preview 25.04.2021 - 06.05.2021
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