Lot 1216. The Prague School. Perseus rescues Andromeda from the dragon.

Sold: € 21 080
Auction date: 17.11.2017   11:00 UTC +02:00
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ID 11805
Lot 1216 | The Prague School. Perseus rescues Andromeda from the dragon.
Prager Schule (um 1600)
Malerei auf Lapislazuli. 14 x 9,5cm. Rahmen.
Rückseitig:
Alte handschriftliche Notiz: "Perseus befreit Andromeda, Cornelis van Poelenburgh, 1586".

Provenienz:
Privatsammlung Köln, erworben im Februar 1918 im Auktionshaus Lempertz, als eine Arbeit aus der Hand des Cornelis van Poelenburgh.

Kleinformatige Gemälde auf Stein waren spätestens seit dem 16. Jahrhundert In Mode. Fast alle, die auf uns gekommen sind, zählen zu den so genannten Kunstkammerobjekten und wurden für die Sammlungen der Fürsten und Patrizier als solche auch gefertigt und bestellt. Auch Rudolph II. am Prager Hof gab derartige Werke in Auftrag, hier wäre vor allem Hans von Aachen zu nennen, der Alabastertafeln bevorzugte. Im Kunsthistorischen Museum Wien befindet sich noch heute eine solche Tafel mit der "Befreiung der Andromeda" (Vorderseite) und der "Entfesselung der Winde durch Aeolus und Aeneas" (Rückseite) oder die beidseitig bemalten Alabastertafeln des Anton Mozart (ebenfalls Wien).
Aller Wahrscheinlichkeit nach sind die prägenden Einflüsse auf die deutschen (und niederländischen) Maler während ihrer Aufenthalte in Italien, vornehmlich Rom, und in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhundert Entstehen. Das "kleine Format" beschäftigte in dieser Zeit vor allem Maler wie Adam Elsheimer, Paulus Bril, Johann König, Hans von Aachen sowie Hans Rottenhammer. Bevorzugte Materialien waren neben verschiedenen Steinarten (wie Alabaster, Marmor, Schiefer bis hin zu Lapislazuli) vor allem Kupfer (Adam Elsheimer ließ seine Kupfertafeln zum Teil mit einer Schicht Silber überziehen) sowie Holz.
Unsere reizvolle kleine Tafel "Perseus und Andromeda" setzt die Bemalung, Figuren, Fels und Strauchwerk, recht sparsam ein und lässt dem herrlich leuchtenden Blau, Himmel und Wasser zugleich, seine anziehende Strahlkraft.
Auch der Römer Guiseppe Cesari (1568-1640) hat das Motiv mehrfach und in verschiedenen Formaten dargestellt, darunter eine kleine, ovale Lapislazuli-Tafel (Christies New York, Januar 2000; heute Saint Louis Art Museum), die mit unserer unbedingt vergleichbar ist.

Vgl. Literatur:
-Ausst.kat. Die Entdeckung der Natur - Naturalien in den Kunstkammern des 16. und 17. Jahrhunderts, Wien (Naturhistorischen Museum), Wien 2007, S. 169ff.
-Ausst.kat. Prag um 1600 - Kunst und Kultur am Hofe Rudolfs II, Essen (Kulturstiftung Ruhr), Essen 1988.


Katalogtext Perseus und Andromeda

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