ID 1567557
Lot 2567 | Bernard van Orley
Valeur estimée
€ 6 500 – 13 000
(Vor 1490 Brüssel - 1542 ebenda) Nachfolger des 16. Jh.
Maria mit Kind
Der Künstler verbindet in diesem Tafelbild Stilelemente der italienischen Renaissance und der südniederländischen, flämischen Malerei. Im Vordergrund kniet Maria, mit langen, offenen, rotblonden Haare, in langem, dunkelblauem Gewand vor dem nackten Kind, das auf weißen Kissen in einer aufwendig geschnitzten Krippe liegt, ein Tuch schützend über das Kind hält. Beim vorliegenden Gemälde handelt es sich um eine Teilkopie eines um 1525 entstandenen, querformatigen Tafelbildes mit der Anbetung der Hirten aus der Werkstatt Bernard van Orleys, das sich in den Königlichen Museen der Schönen Künste in Brüssel befindet (Inv.-Nr. 343; vgl. M. J. Friedländer: "Early Netherlandish paintings", Bd. XIII, Nr. 104). Die zentrale Komposition wurde schon kurz danach im 16. Jh. offenbar rasch beliebt und vermutlich auch als Druckgrafik verbreitet. Bekannt sind außer dem vorliegenden Tafelbild noch zwei weitere Teilkopien des Brüsseler Gemäldes, sowohl als starker Ausschnitt nur der Madonna (Friedländer Nr. 104a) als auch im Mittelteil eines Altar-Triptychons im Metropolitan Museum of Art in New York mit über Maria schwebenden Engeln (Abb. siehe Katherine Baetjer: "European paintings in the Metropolitan Museum of Art, 1980. Bd. II, Abb. S. 360). Bernard van Orley war ein überaus vielseitiger und produktiver Künstler, der sich sowohl mit Malerei als auch Entwürfen für Bildteppiche und Glasfenstern befasste. Van Orley gilt zusammen mit Jan Gossaert und Quentin Massys als einer der bedeutendsten Neuerer der flämischen Malerei des 16. Jhs., da er Stil und Manier der italienischen Renaissance aufgriff. 1518 bis 1527 war Bernard van Orley Hofmaler der Statthalterin Margarete von Österreich und seit 1532 auch ihrer Nachfolgerin Maria von Kastilien. Obwohl er nie Italien besucht haben dürfte, gehört er zu der Gruppe der italienisch beeinflussten flämischen Maler, die als Romanisten bezeichnet werden und von der italienischen Renaissance-Malerei beeinflusst waren, in seinem Fall vor allem durch Raffael. Der Einfluss Raffaels rührte auch von den Bildteppichen her, die 1515-1521 in Brüssel nach dessen Entwürfen im Auftrag Papst Papst Leo X. für die Sixtinische Kapelle in Rom gewirkt wurden. Als Albrecht Dürer 1520 die Niederlande besuchte, um bei der Krönung des neuen Kaisers Karl V. anwesend zu sein, nannte er Bernard van Orley "den Raffael der Niederlande". Öl/Eichenholztafel. Verso altes Etikett des 19. Jh. mit Zuschreibung an Jan Gossaert sowie Sammlungs-Lacksiegel mit Wappen. 92,5 cm x 69,5 cm. Rahmen.
Wir danken Frau Suzanne Laemers, Curator of Early Netherlandish Painting, RKD in Den Haag, für die freundlichen Informationen zum Werk in ihrer Expertenmeinung vom 11.02.2026.
Follower of Bernard van Orley (prior 1490 - 1542) active 16th century. Oil on oak panel. Attributed to Jan Gossaert on an old 19th century label, further a collection wax seal with coat of arms. Accompanied by an experts’s opinion from Suzanne Laemers, Curator of Early Netherlandish Painting, RKD The Hague, 11th February 2026.
| Adresse de l'enchère |
Kunstauktionshaus Schloss Ahlden GmbH Große Str. 1 29691 Ahlden(Aller) Allemagne | ||||||||||||||
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| Commission | 25.0 | ||||||||||||||
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