ID 1566584
Lot 1602 | Hans Thoma
Valeur estimée
€ 26 000 – 52 000
Hans Thoma
(1839 Bernau - 1924 Karlsruhe)
"Der Schwan". Originaltitel
Das vorliegende symbolistische Gemälde gehört zu den bedeutenden Phantasielandschaften Thomas und bringt einen "feierlichen Frühlingshymnus" (Zit. Thode 1909) zum Ausdruck. Dargestellt ist eine Vorfrühlingslandschaft mit ersten Blüten, hoch ragen noch kahle, große Bäume in den zart bewölkten, lichtblauen Himmel und spiegeln sich im Wasser eines stillen Weihers, auf dem im Vordergrund der titelgebende weiße Schwan als Symboltier schwimmt. Im Mittelgrund reitet vor einer Gartenmauer, mit weißem Haus dahinter, von allem unbeirrt ein Mann seinen Weg. Die Landschaften des mit Arnold Böcklin befreundeten Thoma sind durchaus als Seelenlandschaften zu verstehen, in denen er auch stille, romantische Sehnsüchte nach unberührter Natur Ausdruck verlieh. Der Reiter und der später im Jugendstil als Motiv so überaus beliebte Schwan sind daher ganz in die poetische Landschaft eingebunden. Das Gemälde entstand 1883 in Frankfurt am Main, als für Thoma die Landschaft noch das bestimmende Sujet war, belebt durch einzelne figürliche Elemente. Thoma hatte dort 1877 die Blumenmalerin Cella Berteneder geheiratet und rückblickend schilderte er die Frankfurter Jahre (bis 1899) als eine besonders glückliche Zeit. Spätestens seit 1902 gehörte das Gemälde dem mit Thoma befreundeten Kunsthistoriker Henry Thode in Heidelberg. Jener war 1889 zum Direktor am Frankfurter Städelschen Kunstinstituts ernannt worden und lehrte 1893-1911 als Professor an der Universität Heidelberg. Thode verfasste 1909 auch die erste Thoma-Monographie, in der er auch dieses Gemälde abbildete. Einige Jahre später gelangte das Gemälde in die bedeutende Kunstsammlung des mit Max Lierbermann befreundeten Berliner Großkaufmanns Max Böhm (1874 - 1944), die er 1930 noch in der Akademie der Künste in Berlin ausstellte (bevor er diese 1931 versteigern ließ). Sign. mit Ligatur-Monogramm „HTH“ u. dat. (18)83. Verso Etikett der Kunsthandlung H. Abels Köln . 113 x 88 cm. Rahmen.
Lit.: Kat. "Jubiläums-Kunstausstellung" Karlsruhe 1902, S. 44, Abb. Tafel 4; H. Vollmar: "Jubiläums-Kunstausstellung zu Karlsruhe", in "Moderne Kunst", XVI, Jahrgang, 1902, Heft 22, 269-272, Abb. S. 271; Henry Thode: "Thoma. Des Meisters Gemälde", 1909, S. 211; Kat. "Sammlung Max Böhm", Austellung Preußische Akademie der Künste, Juni/Juli 1930, Berlin 1930, Kat.-Nr. 66 (S. 16); Kat. "Sammlung Max Böhm", Vorwort Max Osborn, Rudolph Lepkes Kunst-Auctionshaus, Berlin, 28.01.1931, Kat.-Nr. 64 mit Abb.; "Weltkunst", Jahrgang V, Nr. 5 1. Febr. 1931, S. 2.
Provenienz: Sammlung Prof. Dr. Henry Thode (1857 - 1920), Heidelberg; 1930 in der Sammlung Max Böhm (1874 - 1944), Berlin; 1931 versteigert in Rudolph Lepkes Kunst-Auctionshaus, Berlin; Kunsthandlung Hermann Abels, Köln (Etikett mit Adresse Komödienstr. 26, vor 1935); Rheinische Privatsammlung, durch Erbschaft in süddeutschem Privatbesitz.
Oil on canvas. relined. Signed with monogram and dated (18)83.
Adresse de l'enchère Kunstauktionshaus Schloss Ahlden GmbH
Große Str. 1
29691 Ahlden(Aller)
Allemagne
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