ID 1566585
Lot 1603 | Hans Thoma
Valeur estimée
€ 28 000 – 56 000
Hans Thoma
(1839 Bernau - 1924 Karlsruhe)
Schlafende Kinder
Zwei in Nachthemdchen schlummernde, unbekannte Kinder, unter roter Decke auf Wolkengrund, das eine noch in der Welt des Traums und unschuldigen Schlafs entspannt daliegend, das andere eben erwachend den Schlaf aus den Augen reibend. Kinder durchziehen das Werk des Malers Hans Thoma wie ein roter Faden, spielend, tanzend, in heiterer Geselligkeit, allein einer Beschäftigung nachgehend oder einfach still in sich gekehrt, zeigt er sie stets unbefangen, sich gleichsam ins Kindsein einfühlend in idyllischer Sommerlandschaft und blühender Natur. Die zwei schlafenden Kinder indes verkörpern eine andere Daseinsebene, sie sind der reinen Diesseitigkeit entrückt und in ein himmlisches Reich des Schlafs, des Traums und der heiligen Unschuld versetzt, ihr Bett wie eine Wolke, gemalt auf Goldgrund. Thoma selbst nannte die beiden in einem Brief an Max Groß denn auch schlafende Engelein, und sie gehören in der Tat in die besondere Werkgruppe der Phantasien, wie sie Henry Thode in seiner großen Thoma-Monographie von 1909 nannte, die im phantasierten Reich der Luft angesiedelt sind. Ausgangspunkt dieser Phantasiebilder ist eine dichterische Stimmung und das Verlangen nach der Gestaltung des rein und natürlich Menschlichen, wie Thode weiter schreibt. Thoma malte das Bild 1880 und behielt es zunächst lange in seinem Besitz, bevor er es 1889 dem befreundeten Ehepaar Max Groß und seiner Frau in Bayreuth zu Weihnachten schenkte. Im begleitenden Brief vom 20. Dezember des Jahres schrieb er mit Bezug auf das Bildchen: "Es ist jetzt die Zeit in der die Weihnachtsengelein herumfliegen und auch ich erlaube mir ein paar derselben an Sie und Ihre hochverehrte Frau abzusenden, mit der Bitte ihnen ein Plätzchen auf Ihrem Weihnachtstische zu gönnen wo sie ja ruhig weiterschlafen können." Neun Tage später folgte ein weiterer Brief: "Wenn Ihnen die schlafenden Engelein die guten Wünsche und die treue Anhänglichkeit die ich und meine Frau für Sie beide haben ein wenig kund getan haben so haben sie ihren Zweck gut erfüllt." Öl und Gold/Karton.; R. u. monogr.; Verso bezeichnet "Weihnachten 1889". 40,5 cm x 33 cm. Rahmen.
Literatur: Henry Thode (Hrsg.), Thoma. Des Meisters Gemälde, Stuttgart und Leipzig 1909, Abb. S. 165 (dort die Datierung 1880 und Besitzerangabe Max Groß, Bayreuth), ebenda zu den Phantasien S. LIV-LV; Hans Thoma. Lebensbilder, Katalog des Augustinermuseums Freiburg 1989, Nr. 59 und Abb. S. 218. Zwei Briefe Hans Thoma an Max Groß vom 20. und 29. Dez. 1889 mit Erwähnungen des Bildes in Kopie vorliegend.
Oil and gold on cardboard. Monogrammed, inscribed on the reverse. Letters by the artist concerning the painting in copy.
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