ID 1566586
Lot 1604 | Hans Thoma
Valeur estimée
€ 39 000 – 78 000
Hans Thoma
(1839 Bernau - 1924 Karlsruhe)
"Meereserwachen" (auch betitelt "Meereserwecken"). Originaltitel
Das Gemälde ist ein herausragendes Beispiel für das Oeuvre Thomas zwischen Symbolismus und Jugendstil. In dominanter Nahsicht schildert er ganz unmittelbar die Figur eines jungen weiblichen Meerwesens, das aus den sich kräuselnden Wellen auftaucht. Vor einem strahlenden Sonnenaufgang mit goldgelbem Hintergrund erhebt sich der erotische Frauenkörper mit dem sich windenden Fischschwanz, die Arme im Oratorengestus haltend und so den neuen Tag begrüßend. Die grisailleartige in graugrünen Tönen gemalte, verschattete Figur hebt sich hierbei in effektvollem Kontrast vom goldenen Hintergrund mit grafisch gestalteten Sonnenstrahlen ab. Das Motiv hat Thoma in verschiedenen Versionen, Techniken und Farbvarianten mehrfach geschaffen, Anfang des 20. Jh. sogar als Keramikentwurf für die Majolika-Manufaktur Karlsruhe. Bekannt sind bisher drei weitere Gemäldefassungen: 1892 entstand eine erste Version auf Karton mit gänzlich anderer Armhaltung (Verbleib unbekannt); 1893 folgte, ebenfalls auf Karton gemalt, das bekannte 1893 Gemälde „Meereserwachen“ in der Kunsthalle Karlsruhe mit gleicher Haltung vor einem blauen Hintergrund mit goldenen Strahlen; 1912 griff Thoma das Motiv in einem Gemälde im Hans Thoma-Museum in Bernau erneut auf, stilistisch anders, ohne Strahlen und mit abweichender Lichtführung, als Bildträger diente ihm wie beim vorliegenden Werk eine Metallplatte. Zuvor hatte Thoma bereits 1897 eine Algraphie geschaffen, die das Motiv in spiegelbildlicher Weise zeigte und möglicherweise verwendete er bei diesem Gemälde von 1913 einfach die alte Druckplatte wieder. Nachdem Thoma zunächst vornehmlich Landschaften gemalt hatte, wandte er sich später verstärkt symbolistischen und mythologischen Themen zu, die auch das Oeuvre des befreundeten Arnold Böcklin prägten. Es dauerte allerdings lange, bis ihm der lang erstrebte Erfolg zuteil wurde. Erst seit seiner Ausstellung im Münchener Kunstverein 1890 wurde er allgemein anerkannt; 1899 berief man ihn zum Professor an der Kunstschule in Karlsruhe; 1909 eröffnete zu seinem 70. Geburtstag ein eigenes Thoma-Museum an der Karlsruher Kunsthalle zu Ehren eines der angesehensten Maler Deutschlands. Öl/Metallplatte (Aluminium-Druckplatte?). R. u. sign. mit Ligatur-Monogramm u. dat. „“HTh 1913“. 40,5 cm x 45 cm. Rahmen.
Provenienz: Sammlung Sigmund Waldes (1877 - 1961), Dresden (bis 1938/39); Auktionshaus W. Lange, Berlin, 16./17.04.1943, Kat.-Nr. 231, Abb. Tafel 20 (dort fälschliche Dat.); Auktion Dorotheum, Wien, 11.07.1944 (Titel "Das Meerweib); Sammlung Max Bühler (1887 - 1978), Pforzheim; von den Erben Bühlers als Stiftung 1995 an das Deutsche Museum, München; 2024 vom Deutschen Museum an die Erben von Sigmund Waldes restituiert.
Dokumentiert als restituiert bei Lost Art unter ID 518644 (geschätzte Maßangaben).
Oil on metal panel (probably a printing plate). Signed with monogram and dated 1913.
Adresse de l'enchère Kunstauktionshaus Schloss Ahlden GmbH
Große Str. 1
29691 Ahlden(Aller)
Allemagne
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